Nach gut 900 Meilen in 2 Tagen, rund 32 Gallonen Benzin und einigen Dollar Brücken und Straßenzoll bin ich am Sonnabend Nachmittag am FNAL eingetrudelt. Nachdem Long Island, New York und New Jersey mich mit strömendem Regen verabschiedet haben, hat der Regen irgendwo in Pennsylvania aufgehört. Dann nur noch durch Ohio und Indiana und schon ist man in Illinois angekommen. Die Fahrt war aber doch ziemlich langweilig. Meist war es ein 2-spuriger Freeway und schneller als 75 bis 80 mph sollte man wirklich nicht fahren. Einen Zwischenstopp habe ich gemacht, und zwar in Youngstown, OH. Aber außer der Tatsache, dass dieser Ort ziemlich genau auf der Hälfte meines Weges lag, gibt es darüber auch nicht zu berichten.
Für's erste bin ich hier nun in einem Gästehaus, dem Aspen East, untergebracht:
Die Landschaft erinnert der Flachheit wegen doch stark an meine ostfriesische Heimat...
Das Gebäude in der Mitte des Bildes ist das Hauptgebäude des FNAL, hier nur "the high rise" genannt. Naja, bei der allgemeinen Flachheit sind 15 Stockwerke ja schon wirklich "high". Alles in allem doch sehr ländlich hier. Mitten auf dem Gelände gibt es auch noch eine Buffallo-Farm.
Die Büffel sind mir aber noch nicht nah genug vor die Linse gekommen. Gesehen habe ich sie aber schon.
Mein erster Arbeitstag im "high rise" (mein Büro ist leider nur im 3. Stock) ist dann heute mit den obligatorischen Formalitäten, Sicherheitstraining, usw. vorrübergegangen.
Als nächstes steht dann die Wohnungssuche auf meiner Liste. Demnächst mehr.
Die Wohnung ist leergeräumt. Heute gab es das traditionelle "Farewell-Luncheon" mit den Arbeitskollegen für mich. Morgen ist mein offiziell letzter Tag am BNL, wo es noch die letzten Dinge zu regeln gibt. Und dann packe ich am Freitag Morgen meine letzen Sieben Sachen ins Auto und mache mich auf den Weg ans Fermi National Accelerator Laboratory (FNAL), meinem neuen Arbeitgeber. Am Montag ist mein erster Arbeitstag dort, also beginnt Teil 2 von "Enno in den USA".
Vielleicht bin ich auch schon ein bißchen zu lange hier: jedenfalls werde ich auf der Bowlingbahn schon freudig von "meinem KFZ-Mechaniker" begrüßt. Könnte auch daran liegen, dass ich einfach ein zu guter Kunde in deren Werkstatt war. Zum Abschied hat der Taurus jedenfalls noch einen Satz neue Reifen und eine neue Servo-Pumpe bekommen. Meine Arbeitskollegen witzeln schon, dass die Werkstatt bestimmt überlegt nun ihren Firmensitz nach Illinois zu verlegen, um den besten Kunden nicht zu verlieren. Man muß halt dahin gehen, wo die Arbeit ist...
Und wieder einmal Italien, diesmal Rom. Damit habe ich dieses Jahr nun schon mehr Tage in Italien als in Deutschland verbracht. Für den "5th International Workshop on the CKM Unitarity Triangle (CKM 2008)" hatte ich eine Einladung erhalten, einen Vortrag zu geben, die ich natürlich gerne angenommen hatte. Neben der Konferenz war auch noch etwas Zeit für Sightseeing. Der kulturelle Höhepunkt war ein Besuch der Vatikanische Museen mit Besichtigung der Sixtinischen Kapelle. Das besondere war, dass die Veranstalter der Konferenz eine Sonderführung organisiert hatten: das Museum war für das "normale Publikum" schon geschlossen, so dass man in der Sixtinischen Kapelle nicht wie die Sardinen in der Büchse hindurchgeschoben wurde, sondern sich alles in Ruhe anschauen konnte.
Leider hatte ich keine Zeit, noch ein paar Tage länger in Rom zu bleiben. Wieder zurück auf Long Island werde ich jetzt anfangen müssen meine "Sieben Sachen" zu packen, allen Papierkram zu erledigen und mich dann Richtung Westen zu meinem neuen Arbeitgeber aufzumachen.